Zwischen Altenheim und ambulanter Pflege: betreutes Wohnen


Zwischen Altenheim und ambulanter Pflege: betreutes Wohnen

Für viele ältere Menschen, die in Haushalt und alltäglichen Lebenssituationen Unterstützung benötigen, kommt ein Altenheim nicht infrage. Sie haben Angst, dort ihre Selbstständigkeit komplett aufzugeben. Eine gute Mischung aus Hilfestellung und Eigenverantwortung schafft die Möglichkeit des betreuten Wohnens im Alter.

Was genau ist betreutes Wohnen?


© Jupiterimages/Brand X Pictures/Thinkstock

Im Gegensatz zur ambulanten Pflege, bei der ein Pflegebedürftiger regelmäßig (2-3 mal die Woche) Besuch eines Betreuers nach Hause bekommt, wohnt man im betreuten Wohnen in dafür ausgerichteten Wohnungen. Häufig sind diese so konzipiert, dass sowohl ältere als auch körperlich beeinträchtigte Menschen einen einfachen Zugang haben – hier muss aber unterschieden werden, ob man sich selbst eine Wohnung sucht oder ob sie von einer Institution gestellt wird. Ähnlich wie in einer Senioren-Wohngemeinschaft sind die Bewohner alle recht unabhängig voneinander und haben je ihr eigenes Zimmer mit eigenen Möbeln, in welchem sie auch zu jeder Zeit Besuch empfangen dürfen. Eine professionelle Pflegeperson ist in solchen Wohnsituationen beinahe immer angestellt. Die unterschiedlichen Pflegeangebote werden individuell mit den Bewohnern abgestimmt. Auf diese Weise kommt den Pflegebedürftigen die notwendige Unterstützung zuteil, allerdings tragen sie immer noch Verantwortung und sind je nach Abmachung relativ autark.

Erste Schritte zum betreuten Wohnen

Wer sich dazu entschließen möchte, ein betreutes Wohnen in Anspruch zu nehmen, der schließt im Vorwege meist zwei Verträge ab: einen Mietvertrag über die Wohnung/das Zimmer in einer Wohnung und einen Betreuungsvertrag. In Letzterem wird geklärt, wann und in welchem Rahmen die Pflege stattfinden soll – das kann auch ganz individuell und unabhängig von Mitbewohnern entschieden werden. Die unterschiedlichen Serviceleistungen umfassen unter anderem einen Bringdienst, Hilfe im Haushalt, beratende Tätigkeiten sowie Unterstützung bei der Organisation von Ausflügen. Mit einer entsprechenden Pflegestufe oder einem Behindertengrad werden viele dieser Leistungen von der Pflegekasse oder Eingliederungshilfen übernommen – es kann aber auch immer zu Eigenzahlungen kommen. Für eine schnelle Hilfe lohnt sich außerdem die Anschaffung eines Hausnotruf-Gerätes. Am besten informiert man sich vorher im Internet noch genauer, welche unterschiedlichen Möglichkeit infrage kommen.

Urlaub im betreuten Wohnen

Auch in einer Senioren-WG kann es, ebenso wie in der Studentenvariante, zu Konflikten kommen – wenn auch aus vielleicht verschiedenen Gründen. Wer in solchen Fällen quasi eine Art Auszeit von alle dem braucht, der kann auch während des Lebens im betreuten Wohnen, einen Urlaub angehen. Für Senioren ab 70 empfiehlt es sich, Entspannung in näher gelegenen Orten zu machen und dafür nicht um die halbe Welt zu reisen. Eine gute Möglichkeit bieten günstige Ferienwohnungen auf Norderney, in denen man den Urlaub an der gesunden Nordseeluft genießen kann. Hier sollte allerdings darauf geachtet werden, dass – natürlich je nach Bedarf – die Wohnungen barrierefrei zugänglich sind. Abhängig vom individuellen Pflegepersonal kann der Urlaubsplanende ggf. auch einen Pfleger mitnehmen. Wenn man sich mit der eigenen WG versteht, spricht natürlich auch nichts gegen einen Mitbewohner.