Die Pflegestufe beantragen - worauf kommt es an?


Die Pflegestufe beantragen – worauf kommt es an?

Es kann immer einmal passieren, dass eine Person – sei es durch Alter oder durch einen Unfall – pflegebedürftig wird. In diesem Fall sehen sich viele Menschen, gerade die Angehörigen, überfordert und wissen nicht, wie man Hilfe vom Staat erhalten kann. In Deutschland kann man grundsätzlich Unterstützung durch die Pflegeversicherung beantragen, wenn Pflegebedarf besteht. Die Höhe bzw. der Umfang dieser Unterstützungen hängt ab von der Pflegestufe ab, die ermittelt wird, bevor Betroffene Leistungen von der Pflegeversicherung erhalten. Wie das funktioniert, verrät ihnen dieser kleine Bericht.

Was ist eine Pflegestufe?

Das Ausmaß des Pflegebedarfs eines Betroffenen wird in Deutschland mittels einer Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung festgelegt, der Pflegebedürftige untersucht und ihnen je nach ihren Einschränkungen eine bestimmte Pflegestufe zuweist. Meist erhalten die Betroffenen dann finanzielle Hilfen, die sie für die Betreuungsleistungen ihrer Wahl verwenden können.
Diese Pflegestufe gibt also an, inwieweit sie auf Hilfe angewiesen sind. Es gibt insgesamt drei verschiedene Pflegestufen. Reicht der Pflegebedarf allerdings nicht für Pflegestufe 1 wird keine Pflegebedürftigkeit attestiert. In diesem Fall kann unter Umständen eine Hilfe beim Sozialamt beantragt werden.


 

Die Pflegestufen in der Übersicht

Pflegestufe 1 – die betroffene Person benötigt einen täglichen Pflegeaufwand von mindestens 90 Minuten bei mindestens zwei Verrichtungen zu einer Tageszeit
Pflegestufe 2 – die betroffene Person benötigt einen täglichen Pflegeaufwand von mindestens 180 Minuten zu mindestens drei Tageszeiten
Pflegestufe 3 – die betroffene Person benötigt einen täglichen Pflegeaufwand von mindestens 300 Minuten rund um die Uhr



 

Wie kann man eine Pflegestufe beantragen?

Oft werden Dienste von Anbietern, wie beispielsweise www.sunacare.de in Anspruch genommen, ohne dass die Pflegeversicherung einen Teil davon übernimmt. Das liegt unter anderem daran, dass die Definitionen und Einteilungen, nach denen eine Pflegestufen zugewiesen wird, gerade in den frühen Stadien einer Demenzerkrankung nicht greifen, weil sich der Hilfsbedarf nicht unbedingt nach Tageszeiten und Alltagsverrichtungen richtet. Genau deshalb organisieren immer mehr Betroffene eine Demenzbetreuung durch Pflegekräfte aus dem EU-Ausland.
Bevor sie sich aber bei der zuständigen Pflegekasse melden, um einen Pflegebedarf geltend zu machen, sollten sie alle Dokumente und Atteste sammeln, die ihren Pflegebedarf belegen können. Im Anschluss sollten sie sich den Rat eines Arztes einholen und sich fachliche Unterstützung suchen.





Sind diese Punkte erledigt, können sie den Antrag bei der Pflegekasse einreichen. Wenn bereits in der Zeit zwischen Antragstellung und der Genehmigung Kosten anfallen, können sie sich diese im Nachhinein erstatten lassen. In diesem Fall muss natürlich die Pflegestufe erfolgreich festgestellt worden sein. Sammeln sie alle Belege und werfen sie keine Unterlagen weg!

Ist die Pflegestufe dann attestiert, sollten sie ein Pflegetagebuch führen, in welchem sie die erbrachten Leistungen der Anbieter notieren. Auch wenn Mitarbeiter eines Pflegeunternehmens Überstunden machen mussten, sollten sie dies in ihrem Tagebuch vermerken. Zuletzt sollten sie regelmäßig die Kontrolltermine wahrnehmen, bei dem die Pflegestufe überprüft wird. Beachten sie all diese Punkte, kann nichts schief gehen! Begleiten sie betroffene Personen, falls sie ein Angehöriger sind und nehmen sie ruhig Mitarbeiter des Pflegedienstes zum Begutachtungstermin mit. Diese Personen wissen am besten, welche Hilfe die betroffenen Personen benötigen.