Berufsbilder in der Pflege


Niemand möchte gerne daran denken, im Alter pflegebedürftig zu werden. Dennoch trifft dies auf 30 Prozent der Bevölkerung zu. Dann sind eine gute Pflege, menschennahe Betreuung und Personal mit Fachwissen sowie starken Sozialkompetenzen gefragt. Die Arbeit in der Pflege ist umfangreich. Neben der ambulanten Pflege und stationären Pflegeeinrichtungen, ist auch eine außerklinische Intensivpflege möglich. Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung wird von speziell ausgebildetem Pflegepersonal durchgeführt. Stellenangebote in der Pflege gibt es zahlreiche, denn Fachpersonal ist in Zeiten des Pflegenotstands dringend benötigt. Auch Quereinsteiger sind in der Pflege willkommen.

Altenpflege zuhause

Vielfältige Berufsfelder

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt. Derzeit sind 4,1 Millionen Menschen pflegebedürftig. Das geht aus einer diesjährigen Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Mit der steigenden Lebenserwartung der Menschen gewinnt Pflege zunehmend an Bedeutung. Die Berufsbilder in der Pflege lassen sich den Einsatzbereichen entsprechend gruppieren. So erhalten Sie einen Überblick über die priorisierten Fachkenntnisse, die eine Pflegeperson, je nach Einsatzbereich, mitbringen sollte. Ausbildungen gibt es in den Berufsfeldern:

  • Altenpflegehelfer*in
  • Examinierte*r Altenpfleger*in
  • Examinierte*r Gesundheits- und Krankenpfleger*in
  • Krankenpfleger oder Krankenschwester
  • Pflegeassistent*in
  • Pflegedienstleitung
  • Intensivpfleger*in


Besonderheiten in der Intensivpflege

Als besonders anspruchsvoll gilt die Arbeit in der Intensivpflege. Allein die Grundvoraussetzungen, um in der Intensivpflege tätig zu werden, sind im Vergleich zu den weiteren Berufsbildern in der Pflege relativ hoch. So ist eine staatliche Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpfleger, als Krankenschwester oder Krankenpfleger nötig, um eine Fachweiterbildung zum Fachkrankenpfleger bzw. zur Fachkrankenschwester für Intensivpflege und Anästhesie machen zu können. Außerdem muss eine angehende Intensivpflegeperson mindestens zwei Jahre Berufserfahrung haben, wovon mindestens sechs Monate in der Intensivpflege oder Anästhesie absolviert sein müsen. Erst dann beginnt die Arbeit als Intensivpfleger*in.

Das Einsatzspektrum umfasst:

  • die anästhesiologische,
  • die chirurgische,
  • die traumatologische,
  • die neurologische,
  • die internistische und
  • die neonatologische

Intensivmedizin.

 

Der Weg zur Krankenschwester oder zum Krankenpfleger

Wer an die Pflege denkt, sieht schnell eine Krankenschwester vor seinem geistigen Auge. Vielleicht sogar noch eher als das eines Arztes. Dies ist kein Wunder, denn bei Betrachtung des Berufsfeldes der Krankenschwester oder des Krankenpflegers fällt schnell auf, dass diese Berufsgruppe das Bindeglied zwischen Arzt und Patienten darstellt. Der Kontakt zwischen Krankenschwester und Patient ist deutlich häufiger und intensiver als der zwischen Arzt und Patient.

Zu den Aufgaben einer Krankenschwester oder eines Krankenpflegers zählen:

  • die Gabe von Medikamenten
  • die Wundversorgung
  • die Blutentnahmen
  • das Legen von Infusionen
  • Hilfestellungen beim Ankleiden
  • die Versorgung mit Essen und Trinken
  • die Körperpflege

 

Eingesetzt werden Krankenschwestern und Krankenpfleger neben Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen auch bei Pflegediensten und Gesundheitsämtern.

Bezahlung in der Pflege

Die Löhne in der Pflege machen die Berufsbilder nicht sonderlich attraktiv – dies ist allgemein bekannt. Für Vollzeit-Beschäftigte ist der Bruttolohn 2020 im Jahrzehnte-Vergleich zu 2010 um ein Drittel gestiegen. Jedoch arbeiten nur 28 Prozent der Beschäftigten in der Pflege in Vollzeit. Der Großteil der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit.

Hinzu kommt, dass die Lebenshaltungskosten im selben Zeitraum gestiegen sind. Der Verbraucherpreisindex zeigt eine Steigung von 93,2 (2010) auf 105,8 (2020) Indikatorpunkte – eine Steigerung um 12,6 Indikatorpunkte. Mit wenig Personal die Krankenhaus-Kosten zu senken – so lautete das Ziel von Krankenhaus-Sanierern in den vergangenen Jahren. Jedoch zeigt eine Studie aus Australien, dass mehr Fachkräfte zu schnelleren Genesungen beitragen, was wiederum die Kosten senken würde und das bei verantwortungsvoller Pflege. Mehr Personal senkt die Kosten dauerhaft. Ein Mindestpflegeschlüssel pro Patient ist das Ziel. Diese Entwicklungen sind auch für Deutschland denkbar.

In Australien wurde bereits 2016 eine Richtlinie erlassen, die die Anzahl der zu pflegenden Patienten pro Pflegekraft auf vier begrenzt. Auch in Illinois und New York wird über derartige Gesetze entschieden. Eine Veränderung in der Struktur der Pflege ist absehbar – wer heute in die Berufsbilder der Pflege einsteigt, wird diese wichtigen Entwicklungen mitgestalten können.

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