Wachkoma-Pflege


Wachkoma-Pflege
 
Hinsichtlich der Pflege im Wachkoma bleibt festzuhalten, dass diese gar nicht so einfach zu definieren ist. Schließlich ist die Situation von Wachkoma-Patienten nie gleich. Allerdings gibt es einige Punkte, die in jedem Fall auftreten. Daran können sich Menschen in der Pflege orientieren. 
 
Wachkoma-Patienten sowie Patienten mit schweren Hirnschädigungen
 
In diesen Fällen kommt es oft zu einer Langzeitversorgung, deren Ziel gar nicht so einfach zu definieren ist. Es handelt sich vielmehr bei der Versorgung auf eine lange Zeit um eine Pflege und eine Betreuung auf der Basis der Langfristigkeit. Betroffene Personen erhalten so eine aktivierende und fördernde Pflege. Dabei kommt es auf die jeweilige Situation und auf das an, was in den vorherigen Phasen bereits erreicht wurde. Ermöglicht wird dies durch ein Team, zu dem Angehörige, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden gehören. Eine Erschwerung der Pflege liegt bei bewusstlosen Patienten vor, da die Kommunikationswege gestört sind. Da es keine Rückmeldungen seitens der Wachkoma-Patienten gibt, besitzen die Pflegenden eine sehr hohe Verantwortung. 
 
Auswirkungen durch die emotionale Belastung
 
Es spielt keine Rolle, ob ein Patient einige Wochen oder mehrere Monate im Koma liegt. Sofern eine Besserung nicht so schnell in Sicht ist oder es gar zu Verschlechterungen oder Komplikationen kommt, beginnt eine belastende Zeit für alle beteiligten Personen. Nicht immer werden Menschen davon überzeugt sein, dass sie mit der Pflege das Richtige tun. Eine Erschwerung der Situation liegt mit der Pflege zu Hause vor. Dort sind die Bewegungsräume viel eingeengter. 

Berücksichtigung von Angehörigen und Freunden
 
Eine wichtige Rolle bei der Pflege spielt das soziale Umfeld, das miteinbezogen wird. Im Rahmen der ganzheitlichen modernen Pflegeauffassung erfolgt eine Betreuung und Begleitung von Angehörigen während der professionellen Pflege. Gerade im Rahmen einer Akut-Situation ist dieser Faktor nicht zu unterschätzen. Dabei ist verständnisvolles Zuhören besonders gefragt. Mitunter können sich dabei wichtige Informationen für Pflegekräfte ergeben, die in vielen Pflegeeinrichtungen arbeiten. Ein Beispiel für eine solche Einrichtung ist das Gut Retzen.

Vorbeugende Maßnahmen 
 
Diese Prophylaxen besitzen bereits in der Frührehabilitationsphase eine hohe Bedeutung. Ebenso sind diese vorbeugenden Maßnahmen in der Langzeitpflege und Langzeitversorgung von hoher Bedeutung. Es spielt keine Rolle, ob die Pflege zu Hause oder in einer Einrichtung erfolgt. Der besondere Schwerpunkt liegt bei diesen Maßnahmen darauf, dass Spätschäden zu vermeiden. Dies soll auch nach langen Krankheitsphasen das Ziel darstellen. Eine Entlastung in den verschiedenen Phasen der Krankheit durch therapeutische Lagerungen erfolgen. Doch auch in der Rehabilitation oder in der Akutphase gelangen die verschiedensten Maßnahmen zur Anwendung. 
 
Einzelmaßnahmen in der Pflege 
 
Bei der Auswahl von Einzelmaßnahmen ist es erforderlich, den Zustand der Patienten entsprechend zu berücksichtigen. So können Atemübungen sowie das Abhusten oder ein eventuelles Absaugen erforderlich sein. Mittels der Gabe von Medikamenten ist das Vermeiden von generalisierten und fokalen Krampfanfällen möglich. Als besonders wichtig ist die allgemeine Infektions-Prophylaxe anzusehen. Dazu gehört eine häufige, gewissenhafte und gründliche Ganzkörper- und Hautpflege.