Pflegepolicen im Test: IVFP testet 2016 insgesamt 28 Anbieter


Pflegepolicen im Test: Das IVFP testet 2016 insgesamt 28 verschiedene Anbieter

Politik und Verbraucherschützer sind sich einig: die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind bewusst als Teilabsicherung konzipiert – das bedeutet: Jeder, der später nicht in Armut enden und unter Umständen sogar seine Kinder belasten möchte, sollte ausreichend privat vorsorgen. Das wird sich auch im Rahmen der Pflegereform 2017 nicht ändern.

http://www.bmg.bund.de/themen/pflege/pflegestaerkungsgesetze/pflegestaerkungsgesetz-ii.html

Wer bereits über ausreichendes Vermögen verfügt, um auch über mehrere Jahre hinweg Eigenanteile von bis zu ca. 2500 Euro monatlich tragen zu können, der kann auf den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung verzichten.

Wer das nicht kann, sollte sich über private Zusatzpolicen informieren. Das Institut für Vorsorge- und Finanzplanung (IVPV) hat im Jahr 2016 insgesamt 28 verschiedene Anbieter unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse und Ratingfaktoren kann man unter http://www.ivfp.de/rating/rating/kranken/ einsehen.

Pflegeversicherung Test 2016 – die Bewertungskriterien

Das IVPV hat 28 verschiedene Tarife in vier Teilbereichen bewertet -dabei wurden Schulnoten von 1 bis 6 in folgenden Bereichen vergeben:

  • Unternehmen (25%)

  • Preis-Leistung (50%)

  • Flexibilität (15%)

  • Transparenz und Service (10%)

Im Bereich Unternehmen bewertet das IVPV beispielsweise die Stabilität und Größe eines Unternehmens anhand verschiedener Bilanzkennziffern, beispielsweise die Gesamtzahl der Versicherten, die verdienten Bruttobeiträge oder den Kapitalanlagenbestand. Darüber hinaus spielen auch Sicherheitsfaktoren (z.B. Eigenkapitalquote) und die Ertragskraft der Gesellschaft eine Rolle.

Die Bestnote in dieser Kategorie ging mit 1,4 an die Allianz PKV sowie die Signal-Iduna Krankenversicherung.

Mit 50% am stärksten gewichtet ist der Bereich Preis-Leistung. Dabei werden verschiedene mögliche Leistungsfälle durchgerechnet, die dann nach statistischer Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet werden. Anhand dieser Kenngröße lässt sich das Preis-Leistungsverhältnis der einzelnen Tarife. Ebenfalls floss die Gesundheitsprüfung in die Bewertung dieses Teilbereiches ein – die Tester belohnten klare und abgeschlossene Fragestellungen.

Die beste Bewertung im Bereich Preis-Leistung konnte sich der Testsieger Allianz PflegetagegeldBest sichern – die Allianz erreichte hier eine Note von 1,2.

Im Bereich Flexibilität wurde beispielsweise die Dynamisierungsklausel, Mindestlaufzeiten und Kündigungsmöglichkeiten oder auch zusätzliche Einmalzahlungen bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit bewertet. In diesem Bereich teilen sich mit Note 1,0 drei Anbieter das Treppchen: Allianz, Gothaer und ARAG.

Zu guter letzte wurde zu einem relativ geringen Teil noch der Bereich Transparenz und Service ins Ranking einbezogen – dabei wurde z.B. bewertet, wie aussagekräftig und übersichtlich die vvg-konformen Unterlagen oder andere Produktunterlagen gestaltet sind. Anbieter, die zudem persönliche Beratung anbieten, erhielten eine bessere Note. In diesem Teilbereich konnte die DKV mit Note 1,0 die Top-Position besetzen.

Testurteil – Allianz entscheidet das Rennen für sich

Im Gesamturteil konnte sich die Allianz mit der Gesamtnote 1,2 das Prädikat „Testsieger“ sichern. Auf Rang 2 folgt die DKV mit dem Tarif PTG und einer Gesamtnote von 1,4. Den dritten Platz teilen sich mit Note 1,5 die Württembergische PTPU sowie Hanse Merkur PA.

Allerdings schnitten auch die nachfolgenden Anbieter Hallesche, Union Krankenversicherung (UKV), Bayerische Beamtenkrankenkasse (jeweils Note 1,6) sowie ARAG, Concordia und AXA (je Gesamtnote 1,8) nicht viel schlechter ab – das Feld liegt dicht beinander. Im Bereich Service war das Feld am dichtesten besiedelt – beim Bereich Flexibilität klaffen die Anbieter am meisten auseinander.

Wer die Testsieger des IVFP-Pflege-Test 2016 im Detail vergleichen möchte, kann das z.B. in einem Online-Vergleichsportal tun:

www.pflegeversicherung-experten.de

Wer eine private Pflegezusatzversicherung abschließen möchte, sollte unbedingt ausreichend vergleichen – je nach Alter können sich gravierende Preisunterschiede ergeben. Man sollte in jedem Fall auch die Gesundheitsfragen im Antrag prüfen – wer top gesund ist, hat natürlich die freie Auswahl. Wer an einer oder mehreren Vorerkrankungen leidet, sollte einen Profi zu Rate ziehen um die Annahmechancen vorab prüfen zu lassen.

 

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