Die Finanzierung der Pflegeleistungen


Wie können Pflegeleistungen finanziert werden?

Die letzte Erhebung des statistischen Bundesamtes ergab, dass im Jahr 2009 in Deutschland 2,34 Millionen Menschen pflegebedürftig waren. In den nächsten Jahren wird diese Zahl jedoch noch weiter steigen. Jene Pflege ist natürlich nicht umsonst und ohne externe Hilfe ist die Finanzierung der Pflegeleistungen kaum zu bezahlen. Grundsätzlich werden die Leistungen für Pflege von drei Säulen getragen, nämlich den Pflegekassen, den Kommunen (in Form von Sozialhilfe) oder aber privat.

Drei Möglichkeiten der Finanzierung

Um finanzielle Hilfe von der Pflegekasse erhalten zu können, muss zuerst eine Pflegestufe beantragt werden. Die Pflegekasse ist an die jeweilige Krankenversicherung gekoppelt. Dies gilt sowohl für die gesetzlichen als auch für die privaten Krankenversicherungen. Letztere ist auf lange Sicht übrigens im Rentenalter meist empfehlenswerter, da sie einen größeren Leistungsumfang bietet. Für die Feststellung der Pflegestufe ist dann der medizinische Dienst der Krankenkasse zuständig, der Pflegestufen von 0 bis III vergeben kann. Jene Stufen unterscheiden sich stark in puncto Pflegebedürftigkeit der antragstellenden Person und den sich daraus ergebenden Leistungen. Erst dann, wenn bei der pflegebedürftigen Person ein erheblicher Hilfsbedarf festgestellt wird, besteht ein Anspruch auf Pflegeleistungen. Zwischen den einzelnen Pflegestufen bestehen gravierende Unterschiede hinsichtlich des Zeit- und Leistungskontingentes eines ambulanten Pflegedienstes. Dementsprechend fallen auch die finanziellen Zuschüsse der Pflegekasse für die einzelnen Pflegestufen recht unterschiedlich aus. Leider ist das zur Verfügung stehende Zeitfenster meist so knapp bemessen, dass weitere Leistungen des Pflegedienstes notwendig sind, welche aus privaten Mitteln finanziert werden müssen. In Ausnahmefällen können diese auch durch Sozialhilfe bezuschusst werden, welche beim zuständigen Sozialamt beantragt werden muss. Auf Sozialhilfe haben diejenigen Anspruch, die den Pflegebedarf nicht durch die Zuschüsse der Pflegekasse und durch eigenes Einkommen oder Vermögen abdecken können. Dies kommt besonders dann zum Tragen, wenn der Pflegebedürftige dauerhaft in einem Altenheim betreut werden muss. Die Zuschüsse dafür berechnen sich ebenfalls nach der jeweiligen Pflegestufe, wobei sie jedoch leider nur einen Bruchteil der monatlichen Kosten abdecken können.

Zusätzliche Betreuungsleistungen

Pflegebedürftige, die ambulant versorgt werden, können zusätzlich zu den Pflegeleistungen Betreuungsleistungen erhalten, wenn ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Betreuung oder Beaufsichtigung besteht. Jene Leistungen, welche sich momentan auf 200 Euro beziffern, sollen vor allem dazu dienen, pflegende Angehörige zu entlasten. Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen haben Pflegebedürftige der Pflegestufen I bis III sowie auch Personen, die bislang noch keine Pflegestufe erreicht haben. Letztere gehören der sogenannten Pflegestufe 0 an. Bei Pflegebedürftigen dieser Pflegestufe wurden vom Medizinischen Dienst bereits erhebliche Einschränkungen der Alltagskompetenz festgestellt. Meist sind dies Demente oder Personen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen.