Zusätzliche Betreuungsleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz


Zusätzliche Betreuungsleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz

Bei Vorliegen einer Demenz, einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen Behinderung haben Menschen mit einer Einordnung in eine Pflegestufe den Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz. Auch mit Pflegestufe 0 kann ein Antrag auf diese Leistungen gestellt werden.

Zuerst sollte man sich Beratung im Pflegedienst einholen bevor man einen Antrag bei der Pflegekasse stellt. In diesem Video der Deutschen Gesellschaft für Seniorenberatung erfahren Sie mehr über kostenlose Beratung und Unterstützung für SeniorInnen. Ekomi hat die DGS übrigens zertifiziert.

Ist auch das erledigt, prüft der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) den Bedarf an Betreuung anhand eines Fragebogens. Dieser erstellt dann das Gutachten. Anschließend entscheidet die Pflegeversicherung über die Betreuungsleistungen.

Welche Kriterien erfüllt sein müssen

Es gibt insgesamt 13 Kriterien, die abgefragt werden und an denen festgemacht werden kann, inwiefern ein Anspruch auf Betreuungsleistung besteht. Diese wären: Eine Weglauftendenz, also wenn der Betroffene planlos das Haus verlässt bzw. im Haus ziellos umherstreift. Das Provozieren von Unfällen und generell ein riskantes Verhalten, z.B. auf einer stark befahrenen Straße, ist der zweite Punkt. Wenn der Betroffene unangemessen mit gefährlichen Substanzen umgeht, spricht das auch für einen erhöhten Betreuungsbedarf. Der vierte Punkt befasst sich mit aggressivem Verhalten, das kann auf andere und sich selbst bezogen sein. Unangemessenes Verhalten, wie das Essen von Kot, um ein Beispiel zu nennen, ist auch in der Liste aufgeführt. Andere Kriterien sind die Unfähigkeit sich selbst wahrzunehmen, zum Beispiel Hunger und Durst zu verspüren, das Nicht-Kooperieren mit therapeutischen Maßnahmen, eine Beeinträchtigung der Hirnfunktionen wie dem Gedächtnis, ein gestörter Tag- und Nachtrhythmus, die Unfähigkeit den Tagesablauf zu bestimmen, das Verkennen normaler Alltagssituationen, ein labiles und unkontrolliertes emotionales Erleben und Verhalten und Niedergeschlagenheit in Folge einer therapieresistenten Depression.

Einstufung der pflegebedürftigen Person

Sind mindestens zwei der Kriterien erfüllt und entspricht mindestens einer der Punkte eins bis neun, bekommt der Antragsteller den Grundbetrag von 104 Euro im Monat. Die Kriterien müssen aber sechs Monate oder länger angedauert haben. Ist der Pflegebedürftige zusätzlich eingeschränkt in Bezug auf die Punkte 1,2,3,4,5,9 oder 11, und dadurch nochmal mehr auf Hilfe angewiesen, hat er Anspruch auf den erhöhten Betrag von 208 Euro monatlich. Dazu haben alle, die den Grundbetrag bzw. den erhöhten Betrag erhalten die Möglichkeit Pflegesachleistungen in Anspruch zu nehmen, wie zum Beispiel die Anleitung und Betreuung durch Pflegedienste, Tagespflege oder entsprechende Ersatzpflege im Falle einer Verhinderung. Leute in Pflegestufe 0 bis 3 bekommen je Halbjahr einen Beratungseinsatz. Betroffene der Pflegestufe 3 können zwei Beratungseinsätze im Vierteljahr beanspruchen.