Ursachen von Herzrhythmusstörungen und verschiedene Behandlungsmethoden


Behandlung von Herzrhythmusstörungen

 

Das Herz scheint zu stolpern oder stehen zu bleiben, es schlägt ohne Anlass plötzlich bis zum Hals. Das sind Symptome von Herzrhythmusstörungen. Die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Symptome.

 

Herzrhythmusstörungen verursachen unterschiedliche Beschwerden, je nach der Abweichung vom Normalpuls. Da Herzrhythmusstörungen für Betroffene sowohl störend als auch gefährlich sind, lässt sich eine medikamentöse Therapie oder Operation meist nicht vermeiden. Mittlerweile hat sich jedoch auch das CBD Öl als eine beliebte Alternativ-Medizin zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen durchgesetzt.

 

Welche Symptome weisen auf die Erkrankung hin?

 

Die Symptome einer Bradyarrhythmie beschreiben Betroffene als „Herzstolpern“ oder sie haben das Gefühl, dass das Herz stehen bleibt. Viele Anzeichen dieser Herzrhythmusstörung sind nicht typisch für eine Erkrankung des Herzens, daher stufen Erkrankte die Symptome meist falsch ein.

 

Sie bemerken lediglich die Beschwerden, die durch einen Sauerstoffmangel ausgelöst werden. Bei einem zu langsamen Herzschlag pumpt das Herz zu wenig Blut zu den Organen, daher fehlt dem Körper Sauerstoff. Dies führt zu Übelkeit und Schwindel. Auch Schweißausbrüche, sowie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Leistungsschwäche treten auf. In schweren Fällen kommen Benommenheit, Ohnmacht sowie Sehstörungen hinzu, da das Auge ebenfalls unter der Sauerstoffunterversorgung leidet. Bradyarrhythmie-Erkrankte wenden sich daher oft zunächst an einen HNO- oder Augenarzt statt an einen Kardiologen.

 

Patienten mit Tachyarrhythmie klagen meist über plötzliches Herzrasen. Sie haben das Gefühl, dass das Herz bis zum Zerspringen schlägt. Ferner zeigen sich Atemnot, Brustschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Verwirrtheitszustände oder Bewusstlosigkeit. Das Herzrasen wird von Angst und Nervosität begleitet. Da das Herz deutlich zu spüren ist, vermuten Patienten schnell eine Herzkrankheit und wenden sich an einen Kardiologen.

 

Was verstehen Mediziner unter Herzrhythmusstörungen?

 

Die Anzahl der Herzschläge pro Minute ist die Herzfrequenz (HF), auch Herzschlagfrequenz genannt. Die Frequenz der Herzschläge ist identisch mit den Pulsschlägen. Sie beträgt bei einem gesunden Erwachsenen in Ruhe 50 bis 100 Schläge pro Minute. Mit zunehmendem Alter sinkt die Frequenz in der Regel. Von Tachykardie spricht der Mediziner, wenn das Herz mit über 100 Schlägen in der Minute arbeitet und von Bradykardie, wenn die HF unter 50 Schläge pro Minute beträgt. Beide Abweichungen müssen keine Krankheit bedeuten. Bei körperlicher Anstrengung ist ein schneller Herzschlag normal, Leistungssportler haben im Ruhezustand meist einen sehr langsamen Herzschlag. Der Ruhepuls des Radrennfahrers Miguel Indurain beispielsweise betrug 28 Schlägen pro Minute.

 

Herzrhythmusstörungen wie Tachykardie und Bradykardie sind aber meist eine ernst zu nehmende Krankheit. Ein langanhaltender beschleunigter Herzschlag belastet den Herzmuskel, daher muss die HF gesenkt werden. Ein verlangsamter Herzschlag kann zu Schwindel, Ohnmachtsanfällen und zum Herzstillstand führen.

 

Besonders belastend für den Organismus ist die "Arrhythmie", also ein unregelmäßiger Herzschlag.

 

Diagnose der Krankheit

 

Wegen der zum Teil unspezifischen Symptome sollten Betroffene sich zunächst an einen Hausarzt wenden. Dieser klärt in einem Vorgespräch, die Anamnese, ob Erkrankungen bekannt sind und welche Medikamente der Patient einnimmt. Die Untersuchung umfasst das Abhören des Herzens, die Erfassung der Herzfrequenz und das Messen des Blutdrucks.

 

Wenn vermutlich Herzrhythmusstörungen in Ruhephasen oder eine Arrhythmie vorliegen, überweist der Arzt den Patienten an einen Kardiologen. Dieser macht ein Elektrokardiogramm (EKG) und meist auch ein Herzultraschall. Besonders bei Arrhythmie finden Langzeituntersuchungen, beispielsweise ein 24-Stunden-EKG, statt.

 

Ursachen der Störungen

 

Im gesunden Herz erzeugt der sogenannte Sinusknoten (ein kleiner Bereich im rechten Herzvorhof) elektrische Impulse. Diese sorgen dafür, dass sich die Vorhöfe zusammenziehen. Das Gewebe zwischen den Herzvorhöfen und den Kammern ist eine elektrische Isolierung. Die Impulse gelangen daher ausschließlich über einen speziellen Verbindungsknoten (AV-Knoten) in die Herzkammern. Dort laufen sie über Kanäle zur Herzspitze. Der Herzmuskel zieht sich aufgrund des elektrischen Impulses zusammen. Nun pumpt das Herz Blut in den großen Blutkreislauf.

 

Herzrhythmusstörungen können auftreten, wenn der Sinusknoten die elektrischen Impulse nicht ordnungsgemäß erzeugt oder wenn diese nicht korrekt weitergeleitet werden. Manchmal verursachen zusätzliche Impulse, die im Vorhof oder in der Kammer entstehen, die Probleme.

 

Die Ursache der Störung können Schäden am Herzen, beispielsweise nach einem Infarkt sein. Oft liegen aber andere Gründe vor. Der Konsum von Koffein, Alkohol, Nikotin und Drogen beispielsweise stimuliert das zentrale Nervensystem und regt das Herz an, schneller zu schlagen. Auch Stress, Schlafstörungen, wie das Schlaf-Apnoe-Syndrom oder Übergewicht kommen als Auslöser infrage. Manchmal löst eine Überfunktion der Schilddrüse die Krankheit aus.

 

Medikamentöse Einstellung


In der Regel versuchen die Ärzte zunächst Ursachen wie Schlafstörungen oder eine Überfunktion der Schilddrüse zu behandeln. Sie raten außerdem Übergewicht zu reduzieren. Zusätzlich verabreichen Sie Medikamente.

 

Die meisten Pharmazeutika gegen Herzrhythmusstörungen gehen das Problem auf direktem Weg an, in dem Sie entweder die Entstehung des elektrischen Signals im Sinusknoten verzögern oder die Reizleitung im Herzen beschleunigen beziehungsweise verlangsamen. Das Ziel ist, Herzrhythmusstörungen in Ruhephasen zu verhindern und eine normale Herzfrequenz herzustellen, ohne Ursache wie Stress, Rauchen oder Übergewicht zu beheben.

 

Die Mediziner setzen meist diese Medikamente ein:

 

l  Beta-Blocker docken an den Beta-Rezeptoren an und hemmen die Wirkung bestimmter Hormone, die den Herzschlag beschleunigen. So senken sie die Herzfrequenz, indem sie das Entstehen des Signals im Sinusknoten beeinflussen.

l  Natrium-Kanal-, Kalium-Kanal- und Calcium-Kanal-Blocker beeinflussen die Reizweiterleitung im Herzen, die je nach Kanal durch Natrium, Kalium oder Calcium-Ionen erfolgt.

l  Digitalis blockiert ein Enzym in der Zellmembran der Herzmuskelzellen, das Natriumionen aus der Zelle hinaus und im Gegenzug Kaliumionen in die Zelle hineinschleust. So erhöht sich in den Zellen die Natriumkonzentration und die Kaliumkonzentration verringert sich. Dadurch wird die Reizleitung im Herzen und die Herzfrequenz verlangsamt.

 

Möglichkeiten der Naturheilkunde

 

Arrhythmien versucht die Naturheilkunde durch Einwirken auf die Ursachen zu beheben. Cannabinoide beispielsweise wirken beruhigend und können helfen, Stress besser zu verarbeiten. Dies erklärt die Wirkung von CBD Öl bei Herzrhythmusstörungen.

 

Eine CBD-Studie legt nahe, dass Cannabisöl den Blutdruck senken und Herzrhythmusstörungen beheben kann. Forscher der University of Nottingham verabreichten 9 männlichen Probanden entweder ein Placebo oder 600 Milligramm CBD im Rahmen einer doppelblinden Cross-over-Studie. Wie das Journal of Clinical Investigation berichtet zeigte sich eine statistisch signifikante Wirkung auf den systolischen Blutdruck, der mit Durchschnitt um 6 mm HG sank.

 

Andere Ansätze der Naturmedizin befassen sich mit der Reizweiterleitung im Herzen. Damit diese störungsfrei erfolgt ist die Konzentration, insbesondere von Natrium-, Kalium- und Calcium-Ionen wichtig. Für ein ausgewogenes Ionen-Verhältnis werden entweder entsprechende Mineralien zugeführt oder durch eine basische Ernährung, deren Abbau verhindert.

 

Belastbare Belege inwieweit Naturheilmittel oder Cannabisprodukte langfristig den Herzrhythmus stabilisieren, gibt es derzeit noch nicht. Es fehlt an Studien mit großen Teilnehmerzahlen.

 

Mögliche Wechselwirkungen von CBD mit verordneten Medikamenten

 

Generell sind Wechselwirkungen nie ganz auszuschließen, aus diesem Grund muss der behandelnde Arzt von einer CBD Öl Einnahme unterrichtet werden. Vermutlich beeinflusst Cannabis die Wirkung von Herzmedikamenten nicht, sie docken an anderen Rezeptoren (Beta-Rezeptoren) an als Cannabinoide. Letztere nutzen CB1- und CB2-Rezeptoren. Allerdings kann es durch den Stoffwechsel der Leber eventuell zu einer gegenseitigen Beeinflussung kommen.

 

Die Einnahme von CBD dürfte sich positiv auf das Herz auswirken, denn es dämpft das Ausschütten von Stresshormonen. Der Einfluss von Stress auf das Herz wird oft unterschätzt, wie das Ärztliche Journal berichtet. Daher eignet sich CDB in der Regel dazu, eine konventionelle Therapie zu unterstützen, denn Cannabisöl senkt den Stress.

 

Operative Behandlung von Herzrhythmusstörungen

 

Mediziner raten meist zum Einsatz eines Herzschrittmachers, da Medikamente den Herzrhythmus nur schwer zuverlässig einstellen können. Auch besteht die Gefahr, dass der Patient durch Alkohol, Nikotin oder Koffein die Wirkung der Medikamente aufhebt.

 

Wenn das Herz zu langsam schlägt, weil der Sinusknoten ein verspätetes Signal aussendet, übernimmt ein kleines elektrisches Gerät dessen Funktion. Bei Störungen der Reizweiterleitung ist eine Stimulation der Fasern in der Herzspitze der Hauptkammer erforderlich. Moderne Geräte überwachen meist die Herzfrequenz und greifen nur ein, wenn dies erforderlich ist.

 

Bei einem zu schnellen Herzschlag könne andere Operationen helfen, beispielsweise durch Veröden bestimmter Areale die Störimpulse aussenden.

 

Patienten scheuen diese Behandlungsmethoden, da ihnen Eingriffe am Herzen unheimlich sind. Die Operation ist aber weniger belastend, als die meisten Menschen vermuten, denn der Brustkorb wird nicht geöffnet. Das Gerät sitzt unter der Haut in der Nähe des Schlüsselbeins und die Elektroden führt der Arzt über die Venen zum Herzen.

 

Nachhaltige Besserung ohne Medikamente

 

Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes mellitus, Rauchen und Bewegungsmangel schaden dem Herz. Diese Faktoren greifen meist ineinander. Ein übergewichtiger Raucher, der unter Atemnot leidet, bewegt sich kaum. Dies wiederum führt zu Gewichtssteigerungen. Die Blutfettwerte steigen und oft stellt sich auch Diabetes ein. Besonders Menschen, die bereits Herzprobleme haben, scheuen sich das Herz durch Sport zu belasten.

 

Der Zürcher Kardiologe PD Dr. Gabor Sütsch (Mitglied der Kommission Aufklärung und Prävention und Vorsitzender der Projektgruppe Lebensrettung der Schweizerischen Herzstiftung) weiss, dass genau dies der verkehrte Weg ist. Mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche wie die WHO empfiehlt, trainieren auch kranke Herzen.

 

Natürlich müssen Patienten mit Herz-Rhythmus-Störungen ihr Bewegungsprogramm mit dem Arzt abstimmen. Stramme Spaziergänge sind sicher angemessener als die Teilnahme an einem Triathlon. Aber durch die Umstellung der Ernährung, Raucherentwöhnung und ein ausgewogenes Trainingsprogramm ist eine nachhaltige Besserung von Herzleiden zu erwarten. Wer rechtzeitig damit beginnt, hat Chancen ein unbeschwertes Leben zu führen und ohne Medikamente auszukommen.