Tipps für den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung – so sichern Sie sich optimal für das Alter ab


Warum Sie eine private Pflegeversicherung abschließen sollten

Viele Menschen können ihren Alltag im hohen Alter nicht mehr allein bewältigen und benötigen eine intensive Pflege. Da die gesetzlichen Pflegeversicherungen jedoch nur die Grundversorgung abdecken, werden nicht selten die Angehörigen zur Kasse gebeten. Daher ist es ratsam, sich frühzeitig mit einer privaten Pflegeversicherung abzusichern, um mögliche Versorgungslücken zu schließen.

Wir gehen in unserem heutigen Artikel auf die wichtigsten Arten privater Pflegeversicherungen ein und verraten Ihnen, warum sich der frühzeitige Vertragsabschluss auch für Sie lohnen kann.

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nicht alle Leistungen vollständig ab

Zunächst sei erwähnt, dass jeder Krankenversicherte in Deutschland automatisch auch in die gesetzliche Pflegeversicherung einzahlt. Demnach muss niemand, der pflegebedürftig wird, auf die wichtigste Grundversorgung verzichten. Allerdings deckt die gesetzliche Pflegeversicherung nur bestimmte Leistungen ab und übernimmt nicht die gesamten Pflegekosten. Ein Teil der Kosten muss durch die eigene Rente oder alternativ von den Angehörigen getilgt werden. Für Pflegebedürftige ohne Angehörige kommt derweil das Sozialamt auf.

 

Damit die gesetzliche Pflegeversicherung Auszahlungen bewilligt, muss zunächst ein Gutachter die jeweilige Pflegestufe ermitteln. Die Pflegestufe bemisst die Schwere der Beeinträchtigungen sowie den persönlichen Pflegebedarf des Versicherten. Während Personen mit Pflegestufe 1 ihren Alltag mit den richtigen Hilfsmitteln weitgehend selbstständig meistern können, sind Personen mit Pflegestufe 5 enorm eingeschränkt und vollständig auf eine professionelle Pflege angewiesen. Die monatlichen Zahlungen für die einzelnen Pflegegrade sind folgendermaßen gestaffelt:

 

Pflegegrad 1: 125 Euro

Pflegegrad 2: 689 Euro bis 770 Euro

Pflegegrad 3: 1.298 Euro bis 1.262 Euro

Pflegegrad 4: 1.612 Euro bis 1.775 Euro

Pflegegrad 5: 1.995 Euro bis 2.005 Euro

 

Für einen Platz im Pflegeheim müssen mitunter monatliche Kosten von bis zu 3.000 Euro berechnet werden. Auch die Montage eines Treppenlifts sowie die Einrichtung einer barrierefreien Wohnung ist mit beachtlichen Ausgaben verbunden. Nicht selten entstehen beachtliche Pflegelücken. So ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit dem Abschluss einer privaten Pflegeversicherung auseinanderzusetzen.

Der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung lohnt sich in jedem Alter

Grundsätzlich lohnt sich der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung für alle Personen, die sich frühzeitig absichern möchten. Wenn auch die meisten Personen erst im hohen Alter pflegebedürftig werden, so profitieren vor allem junge Menschen von niedrigen Beitragszahlungen. Wer bereits frühzeitig vorsorgt, kann auch im Alter einen guten Lebensstandard beibehalten. Weiterhin schützen die Leistungen einer Pflegeversicherung auch Angehörige vor immensen Kosten, sofern die eigene Rente für die Pflege nicht ausreicht. Überlegen Sie rechtzeitig, ob mögliche Pflegekosten durch Ihre Vermögenswerte sowie Ihre Rente getilgt werden können.

Sie können zwischen verschiedenen Versicherungsmodellen wählen

Sie können zwischen einer Pflegetagegeld-, einer Pflegekosten- sowie einer Pflege-Rentenversicherung wählen. >Unabhängig von dem gewählten Modell bestimmen in der Regel der Gesundheitszustand sowie das Alter des Versicherten die Höhe der Beitragszahlungen. Außerdem setzen viele Versicherungsunternehmen im Falle einer Vorerkrankung einen sogenannten Risikozuschlag an.

 

Die Pflegetagegeld-Versicherung

Bei der Pflegetagegeld-Versicherung bestimmen Sie einen festen Tagessatz, der Ihnen als Pflegebedürftiger von der Versicherung ausgezahlt wird. Das Tagegeld können Sie beliebig einsetzen, sodass keine weiteren Belege bei der Versicherung eingereicht werden müssen. Allerdings bemisst sich das Tagegeld nach der vorliegenden Pflegestufe. Der volle Tagessatz wird häufig nur beim Pflegegrad 5 ausgezahlt. Da dieses Modell den Versicherten besonders viel Spielraum bietet, wird es am häufigsten genutzt.

Die Pflegekosten-Versicherung

Die Pflegekosten-Versicherung richtet sich nach den entstandenen Pflegekosten und setzt die Mitwirkung des Versicherten voraus. Dies bedeutet, dass sämtliche Belege für anfallende Pflegekosten bei der Versicherung vorgelegt werden müssen. Allerdings erhalten Pflegebedürftige im Falle steigender Kosten auch höhere Zahlungen durch die Versicherung. Dennoch existiert in der Regel eine Höchstgrenze für die gewährten Leistungen. Eine Pflegekosten-Versicherung wird vor allem dann empfohlen, wenn die Betreuung im Alter durch einen ambulanten Pflegedienst oder in einem Heim erfolgen soll.

Die Pflege-Rentenversicherung

Bei einer Pflege-Rentenversicherung wird von Beginn an eine monatliche Rente bestimmt, die im Falle einer Pflegebedürftigkeit fällig wird. Die Rente steht dem Versicherten frei zur Verfügung, da die Versicherung keinen Nachweis entstandener Kosten verlangt. Allerdings wird die Rente gestaffelt und häufig erst ab Pflegestufe 3 ausgezahlt. Zudem fallen die monatlichen Beiträge für diesen Versicherungstarif vergleichsweise hoch aus.

Fazit: Eine frühzeitige Absicherung lohnt sich

Wenn Sie auch im Alter einen hohen Lebensstandard genießen möchten, kann sich der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung für Sie durchaus auszahlen. Daher lohnt es sich, die einzelnen Tarife frühzeitig zu vergleichen, um das passende Versicherungs-Modell zu finden. Wir hoffen, dass wir Ihnen einen guten Überblick über die wichtigsten Fakten einer privaten Pflegeversicherung verschaffen konnten, sodass auch Sie für die Zukunft richtig vorsorgen können.

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