So können Pflegesachleistungen bezogen werden


So können Pflegesachleistungen bezogen werden

 

Wenn ein Pflegefall in der Familie eintritt, ist dies für alle involvierten Personen, meistens die direkten Familienangehörigen, eine große Umstellung. In Deutschland haben Pflegebedürftige, die durch einen ambulanten Pflegedienst, oder von Familienangehörigen betreut werden, einen Anspruch auf Zuschüsse für Pflegesachleistungen. Dabei ist die Höhe des Zuschusses abhängig vom Pflegegrad des jeweiligen Patienten. Um die häusliche Pflege in den eigenen vier Wänden zu erleichtern, unterstützt das Deutsche Bundesgesundheitsministerium durch Sachleistungen und bezuschusst diese mit monatlichen Geldbeträgen, die im Folgenden näher vorgestellt werden.

Pflegesachleistungen bei anerkanntem Pflegegrad Stufe 2


Die Pflegesachleistungen werden mit einem Maximalbetrag unterstützt, sind im Pflegestärkungsgesetz festgelegt und ein Teil der sozialen Pflegeversicherung in Deutschland. Der ausschlaggebende Paragraf ist § 36 im Elften Buch Sozialgesetzbuch. Die Sachleistung umfasst die Grundpflege des Pflegebedürftigen (zum Beispiel Waschen und Anziehen), wenn diese dazu nachweisbar Hilfe von zertifizierten Fachkräften benötigen. Auch kann bei der häuslichen Betreuung eine zusätzliche Hilfskraft als Unterstützung der Angehörigen notwendig werden. Dies ist ebenfalls ein Fall für die Pflegesachleistung, die genau solche Sachverhalte abdecken soll. Um einen Anspruch auf Pflegesachleistungen zu haben, muss beim Patienten ein anerkannter Pflegegrad von mindestens Stufe 2 vorliegen. Die Abrechnung der Pflegesachleistungen erfolgt direkt zwischen der Pflegekasse dem Pflegedienstleister, welcher den Patienten betreut. Als Nachweis über die erbrachten Leistungen dient ein Versorgungsvertrag zwischen der Pflegefirma und dem Pflegepatienten, durch monatliche Abrechnungen werden die Sachleistungen anschließend von der Pflegekasse bezahlt.

Pflegesachleistungen im Detail


Die Pflegesachleistungen umfassen die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung der Pflegebedürftigen. Dazu zählen zum einen unter anderem die Mobilisation (auch von einzelnen Gliedmaßen), das Helfen beim Verlassen und Aufsuchen der Wohnung, das Waschen, Duschen oder Baden der Pflegebedürftigen und das An- oder Ausziehen.

Zu der hauswirtschaftlichen Versorgung zählen das Waschen und Bügeln der Kleidung, das Zubereiten von kalten und warmen Mahlzeiten, das Beziehen der Betten mit frischer Bettwäsche sowie das Beheizen der Wohnung und auch das Einkaufen sowie allgemeine Erledigungen wie Post- oder Behördengänge.

Zuschüsse der einzelnen Pflegegrade im Überblick


Ein ambulanter Pflegedienst, der den Patienten bei sich zuhause versorgt, die sogenannte häusliche Betreuung gewährleistet und im Haushalt hilft, kann je nach vorherrschendem Pflegegrad durch folgende Beträge bezuschusst werden:

Ab dem anerkannten Pflegegrad 2 können monatlich bis zu 689 Euro in Anspruch genommen werden.
Der Zuschuss für einen Patienten mit dem Pflegegrad 3 liegt bei 1.298 Euro, Pflegegrad 4 beinhaltet einen Zuschuss von 1.612 Euro und der höchste Pflegegrad 5 sieht einen monatlichen Betrag von 1.995 Euro als Zuschuss vor.

Tipp: Auch in einer Einrichtung für betreutes Wohnen können bei anerkanntem Pflegegrad Pflegesachleistungen von den Patienten in Anspruch genommen werden, es muss also nicht zwangsläufig zuhause die Pflege vorgenommen werden.

Unverbrauchte Pflegesachleistungen als Entlastung von Angehörigen nutzen


Erwähnenswert sei auch noch, dass unverbrauchte Pflegesachleistungen von bis zu 40% der Zuschusssumme für die stundenweise Betreuung durch pflegende Angehörige oder ehrenamtliche Kräfte ausgegeben werden können. Dies können zum Beispiel Haushaltshilfen sein, die dem Pflegepatienten beim Erledigen von haushaltsnahen Tätigkeiten, wie etwa dem Einkaufen, helfen. Bei diesem Vorgang handelt es sich um eine Umwandlung des ambulanten Sachleistungsbetrags nach § 45b SGB XI.

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