Patientenorientierte Altenpflege bei Parkinson


Patientenorientierte Altenpflege bei Parkinson

Eine der häufigsten im Alter auftretenden neurologischen Erkrankungen ist die Parkinson-Krankheit, die mit dem Verlust von Nervenzellen einhergeht und nicht heilbar ist. Der Krankheitsverlauf schreitet langsam voran. Insgesamt stellen somit Parkinson-Krankheit und ähnlich verlaufende Krankheiten, die unter der Bezeichnung Pseudo-Parkinson-Syndrom zusammengefasst werden, hohe Anforderungen an Pflegekräfte in der Altenpflege. Bei der Betreuung betroffener Patienten wird dem Pflegepersonal viel Geduld und Einfühlungsvermögen abverlangt; gleichzeitig lastet auf Altenpflegern und Altenpflegerinnen zeitlicher Druck.

Was ist Parkinson?

Mit ca. 75 bis 80 % am häufigsten betroffen sind Patienten, die am idiopatischen Parkinson-Syndrom erkrankt sind. Ideopathisch bedeutet, dass keine erkennbaren Ursachen für den Krankheitsausbruch ausgemacht werden können. Deutschlandweit erkranken von 100.000 Menschen etwa 183 Frauen und Männer. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter.

Bei Morbus Parkinson, idiopatischem Parkinson-Syndrom, Paralysis agitans sowie beim Parkinson-Syndrom kommt es bei unbekannter Ursache zum Absterben Dopamin produzierender Nervenzellen im Mittelhirn. Das symptomatischen Parkinson-Syndrom kann als Folge von Entzündungen, Einnahme bestimmter Arzneimittel (z. B. Neuroleptika) oder Hirnarteriosklerose entstehen.

Zu den typischen Symptomen von Morbus Parkinson gehören Muskelstarre, Verlangsamung der Bewegungen, Tremor sowie Haltungsinstabilität. Patienten nehmen einen schlurfenden Gang in gebeugter Haltung ein; die Bewegung der Arme beim Gehen ist stark eingeschränkt oder unterbleibt vollständig. Auch kognitive sowie psychische und vegetative Störungen gehören zum Krankheitsbild von Parkinson.

Welche Altenpflege ist bei Parkinson notwendig?

Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf sind die Betroffenen kaum mehr in der Lage, sich eigenständig zu versorgen. Altenpflege bei ParkinsonPatienten benötigen entweder ambulante Betreuung im Haushalt (z. B. von 24 Stunden Pflegekräften: http://vilena.de/) oder die Unterbringung in ein Seniorenheim, damit die Versorgung gewährleistet ist. Ziel jeder Form von Altenpflege sollte es jedoch sein, die Betroffenen dabei zu unterstützen, so gut es geht, aktiv und selbstbestimmt den Alltag zu meistern.

Neben medikamentöser Behandlung bieten sich verschiedene Therapien wie Krankengymnastik, Ergotherapie, Massagen, Logopädie und Wärmetherapie an. Im Umgang mit Parkinson-Erkrankten sind Geduld und Zeit wesentliche Faktoren, die Lebensqualität zu verbessern und das Vertrauen der zu pflegenden Person zu gewinnen und zu erhalten. Die Patienten fühlen sich stark verunsichert und leiden häufig unter mangelndem Selbstwertgefühl. Das Bestärken und Ermutigen stellt daher in der Altenpflege eine wichtige Aufgabe bei der Betreuung von Parkinson-Patienten dar.

Zwar erleichtert die Versorgung mit Hilfsmitteln wie Gehhilfen, speziellem Essbesteck, Ankleidehilfen Betroffenen und Pflegepersonal die Verrichtung alltäglicher Dinge, dennoch steigt bei zunehmenden Parkinson-Symptomen der Bedarf an aktiver Unterstützung durch Altenpflegerin bzw. Altenpfleger.

Hilfestellungen, die Parkinson-Patienten den Alltag erleichtern

Ob in der häuslichen Pflege oder bei der Altenpflege in einer Einrichtung können Pflegekräfte zahlreiche Hilfestellungen geben, um Parkinson-Patienten zu unterstützen. Körperpflege, Ankleiden und das Zusichnehmen von Nahrung sind mit Tremor, Muskelstarre und Haltungsinstabilität von den Betroffenen kaum ohne Hilfe zu erledigen.

Essen und Trinken mit Parkinson

Um Betroffenen die Nahrungsaufnahme zu vereinfachen, kann die Pflegekraft darauf achten, dass

- Trinkgefäße nur halb gefüllt werden.

- Speisen mundgerecht zerkleinert in einem tiefen Teller angereicht werden.

- der Patient / die Patientin zum Essen einen Löffel statt einer Gabel verwendet.

- Essen an einem höheren Tisch stattfindet und der Stuhl nahe an den Tisch hergeschoben wird.

Körperhygiene und Ankleiden

Die Körperhygiene wird idealerweise unmittelbar nach der Medikamenteneinnahme durchgeführt, da der Wirkungseintritt zeitnah erfolgt und die Beweglichkeit des Betroffenen verbessert. Bei der Körperpflege sollte Parkinson-Patienten ein Stuhl angeboten werden. Waschzeug, Handtuch und frische Kleidung können zuvor bereitgelegt werden, sodass die zu pflegende Person im Sitzen Körperhygiene und Umziehen zumindest weitestgehend alleine erledigen kann. Wichtig ist auch, dass Badezimmer sowie WC sicher gestaltet sind. Stolperfallen sollten beseitigt, Bad und Wohnraum mit Haltegriffen ausgestattet werden.

Tägliche Bewegungsübungen & Motivation

Krankengymnastik trägt dazu bei, die körperlichen Fähigkeiten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten bzw. eine Verschlechterung zu verlangsamen. Um die Beweglichkeit besser zu fördern, kann die Pflegekraft Übungen durchführen, die den Bewegungsablauf des Patienten trainieren. Geduldige Anleitung, Motivation sowie realistische Ziele tragen dazu bei, dass der Patient sich besser auf die Bewegungsübungen konzentrieren kann und es nicht zu Frustration und Demotivation kommt. Lob und Anerkennung sind Motivatoren, die das Selbstvertrauen des Patienten stärken.

Mehr Zeit für pflegerische Maßnahmen bei Parkinson-Patienten einplanen

Aufgrund des verlangsamten Bewegungsablaufs und weiterer körperlicher Symptome benötigen Betroffene für sämtliche Aktivitäten mehr Zeit. In der Altenpflege sollte daher von der Pflegekraft mehr Zeit für die Betreuung eingeplant werden, damit der Altenpfleger / die Altenpflegerin dem Pflegebedürftigen ausreichend Ruhe und Geduld entgegenbringen kann, ohne gehetzt zu wirken.

Zeitdruck und Hektik führen dazu, dass die pflegebedürftige Person sich schlechter konzentrieren kann oder nicht das nötige Vertrauen in die Altenpflegekraft findet, sodass die Mitarbeit bei der Betreuung nicht gelingen kann. Ein fester Tagesablauf, einfühlsame Rücksichtnahme auf Stimmungswandlungen sowie das Vermeiden von Ablenkung vermitteln dem Parkinson-Patienten die nötige Sicherheit und fördern eine gute patientenorientierte Betreuung in der Altenpflege.

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