Leidensdruck durch Druckgeschwüre


Leidensdruck durch Druckgeschwüre - Prävention gegen Dekubitus

Alte und kranke Menschen leiden unter schweren und oft nicht heilbaren Krankheiten. Die körperliche Schwäche und damit einhergehende Immobilität erhöht das Risiko schwerer Folgeerkrankungen. Besonders hoch ist das Risiko eines Druckgeschwüres bei pflegebedürftigen Menschen.

Präventive Maßnahmen helfen, das Risiko eines Dekubitus - medizinischer Begriff für ein Druckgeschwür - deutlich zu reduzieren. Die Maßnahmen sind vor allem im Pflegealltag in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Betreuungseinrichtungen wichtig. Gleichwohl können auch pflegende Angehörige einem Dekubitus vorbeugen. Mit einfachen Mitteln und einer regelmäßigen Mobilisation kann die Zahl der Menschen mit einem Dekubitus in Deutschland reduziert werden.

 

Jeder Zweite mit einem Dekubitus

Seit Jahren ist bekannt, dass pflegebedürftige Menschen ein erhöhtes Risiko für ein Druckgeschwür vorweisen. KrankenbettDas Deutsche Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege - kurz DNQP - hat aus diesem Grund einen Expertenstandard zu diesem Thema veröffentlicht. Verbindlich für alle zugelassenen Pflegeeinrichtungen in Deutschland, soll der Standard als Handlungsrichtlinie für Pflegende die Zahl der Dekubitus reduzieren.

Noch immer erkranken in der Bundesrepublik jährlich mehr als 400.000 Menschen an einem Druckgeschwür. Die größte Risikogruppe stellen Menschen in Pflegeeinrichtungen dar. Etwa 50 aller in einer Pflegeeinrichtung versorgten Menschen weisen ein stark erhöhtes Risiko auf. Von in der Häuslichkeit versorgte pflegebedürftige Personen weisen ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko auf. Eine systematische Erfassung des Risikos und präventive Maßnahmen sind die stärksten Waffen bei der Dekubitusprophylaxe.

 

Druck entlasten

Die förderlichste Prävention gegen die Entstehung eines Druckgeschwüres ist Bewegung. Ein Dekubitus entsteht immer dann, wenn eine Hautstelle zu lange druckbelastet ist. Die Versorgung mit sauerstoffreichem Blut wird unterbrochen und ein Geschwür bildet sich. Wichtig ist es daher, die Haut regelmäßig durch Positionsveränderungen zu entlasten.

Wenn die pflegebedürftige Person dazu selbst nicht mehr in der Lage ist, muss die Pflegeperson die Veränderung vornehmen. Die ideale Reihenfolge ist von der rechten Seite auf den Rücken und dann auf die linke Seite. Der Positionswechsel sollte mindestens alle drei Stunden erfolgen, auch in der Nacht.

 

Bewegung fördern

RollstuhlInsofern die pflegebedürftige Person mobil ist, sollte eine regelmäßige Mobilisation vom Bett in den Rollstuhl oder an einen Rollator erfolgen. Das Bett sollte idealerweise nur für das Ruhen und Schlafen aufgesucht werden. Perfekt für die Mobilisation am Tag ist ein Ruhesessel von Steinmann Selection®. Die Sessel bieten viel Komfort durch getrennt regelbare Fuß- und Rückenteile, Ablagefächer für Fernbedienungen und einer abwaschbaren Oberfläche. Dank der verstellbaren Position eignet sich der Ruhesessel für die Dekubitusprophylaxe.
Im Alltag sollte die pflegebedürftigen Personen möglichst viele Handlungen selbst durchführen. Unterstützen ist nur da geboten, wo Handlungen nicht mehr allein durchführbar sind. Physiotherapie ist ein wesentlicher Bestandteil der Prävention. Sie ist Leistung der Handelskrankenkasse und anderer Ortskranken- und Ersatzkassen.

 

Anzeichen erkennen

Eine regelmäßige Hautbeobachtung hilft, mögliche Druckgeschwüre schnell zu erkennen. Sicheres Zeichen für ein Druckgeschwür ist eine begrenzte, nicht wegdrückbare Rötung auf der Haut. Schmerzen an einer Hautstelle, Abschürfungen oder Blasen und rötliche bis bläuliche Verfärbungen weisen auf einen Dekubitus hin.
Besonders gefährdete Körperstellen sind:
• die Ferse
• das Steißbein
• die Knöchel
• der Hinterkopf
• die Schultern
• die knöcherne Erhebung an der Außenseite des Oberschenkelknochens
• die Ellenbogen
• die Brustwirbelsäule

 

 

 

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