Gesundheits- und Krankenpflegehelfer - Was darf er und was nicht?


Gesundheits- und Krankenpflegehelfer – Was darf er und was nicht?

 

Im Bereich der Pflege gibt es viele verschiedene Berufsbilder. Den größten Unterschied gibt es zwischen Gesundheits- und Krankenpflegern sowie Gesundheits- und Krankenpflegehelfern. Welche konkreten Aufgaben darf der Pflegehelfer übernehmen? Wo werden ihm Grenzen gesetzt? Und wie kann man eigentlich Pflegehelfer werden?

 

Immer wieder geraten Alten- und Pflegeheime in negative Schlagzeilen. Zu wenig Zeit würden sie sich für ihre Patienten nehmen. Tatsächlich ist dieser Vorwurf nicht unbegründet. Laut Berechnung von Experten fehlen 120.000 zusätzliche Pflegekräfte, damit Pflegebedürftige angemessen betreut werden können. Doch nicht nur Gesundheits- und Krankenpfleger haben eine wichtige gesellschaftliche Stellung. Mindestens genauso angesehen sind Krankenpflegehelfer.

Krankenpflegehelfer

 

Worin unterscheiden sich Pflegekräfte von Pflegehilfskräften?

 

Beim Gesundheits- und Krankenpflegehelfer handelt es sich um einen Beruf, der in Zukunft immer wichtiger wird. Denn neben ausgebildeten Fachkräften braucht es auch geschulte Assistenten. Aber worin unterscheiden sich eigentlich Pflegefachkräfte und Pflegehelfer? Beide Berufsbilder haben ihre Daseinsberechtigung. Während der Gesundheits- und Krankenpfleger die tatsächliche Pflege des Patienten übernimmt, ist der Pflegeassistent für pflegerische Arbeiten zuständig. Pflegehelfern sind damit unerlässlich für die Grundversorgung von Patienten.

 

Ob bei der Pflege zuhause oder im Altenheim – in jedem Fall übernehmen Gesundheits- und Krankenpflegehelfer viel Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Schützlinge. Unabhängig vom Alter ihrer Patienten, stellen Pflegeassistenten also die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen sicher. Was heißt das konkret? Die erfolgreich abgeschlossene Krankenpflegehelfer Ausbildung befähigt dazu, Pflegebedürftige im Alltag zu unterstützten und bei den Tätigkeiten Hilfe anzubieten, die der Betroffene nicht mehr alleine bewältigen kann. Somit handelt es sich um einen anspruchsvollen Beruf, bei dem Fingerspitzengefühl ebenso gefragt ist wie Verantwortungsbewusstsein und ein offener, freundlicher Umgang mit Menschen.

 

Der größte Unterschied zwischen einer Pflegehilfskraft bzw. eines Pflegehelfers und einer Pflegefachkraft stellt die vorangegangene Ausbildung dar. Pflegefachkraft wird man in einer dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachfrau, zum Altenpfleger sowie zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Als staatlich anerkannte Pflegefachkraft übernimmt man die medizinische Betreuung pflegebedürftiger Menschen. Dazu gehört etwa das Wechseln von Verbänden, das Legen eines Katheters, das Verabreichen von Injektionen sowie die Medikamentengabe.

 

Was darf ich als Gesundheit- uns Krankenpflegehelfer?

 

Wer als Gesundheits- und Krankenpflegehelfer arbeiten möchte, sollte sich darauf einstellen, dass es einen klar abgesteckten Zuständigkeitsbereich gibt. Ohne die Unterstützung von Pflegeassistenten ginge es in Krankenhäusern drunter und drüber. Ihre Hilfe wird aber auch in Pflege- und Altenheimen, bei ambulanten Pflegediensten, in Kureinrichtungen und Gesundheitszentren benötigt.

 

Folgende Tätigkeiten darf ein Gesundheits- und Krankenpflegehelfer ausüben:

·       Unterstützung bei der Körperpflege (waschen, an- und auskleiden)

·       Verteilung von Essen und Trinken, falls erforderlich Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme

·       Umlagerung und Umbettung von Patienten

·       Unterstützung bei Aufstehversuchen

·       Durchführung von Bewegungsübungen

·       Ausführung einfacher, ärztlich verordneter Therapiemaßnahmen wie Verabreichung von Eisbeuteln, Wärmflaschen und Umschlägen sowie Verbandswechsel, Vorbereitung von Inhalationen

·       Assistenz bei der medizinischen Diagnostik wie Blutzucker-, Blutdruck-, Puls- und Temperaturmessung

·       Verteilung und Verabreichung von Medikamenten

·       Gesundheitszustand der Patienten beobachten, Auffälligkeiten an Pflegefachkräfte melden, Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen

·       Begleitung bei Untersuchungen und Behandlungen

·       Unterstützung bei Aufnahme, Verlegung und Entlassung von Patienten

·       Beratung von Patienten und deren Angehörigen

·       Reinigung und Desinfektion von Pflegeutensilien

·       Wechseln der Bettwäsche

·       Dokumentation aller ausgeführten Tätigkeiten sowie Anfertigung von Pflegeberichten

 

Die Ausbildung zur Pflegehilfskraft

 

Pflegehilfskraft kann ein sehr erfüllender Beruf sein. Zu sehen, wie sich kranke Menschen, die über längere Zeit bettlägerig waren, wieder erholen, kann sehr schön sein. Allerdings kann der Alltag im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim auch belastend sein. Bevor man sich dafür entscheidet, eine Ausbildung zur Pflegehilfskraft zu machen, sollte man also wissen, ob man auch nervlich belastbar ist und mit Schicksalsschlägen umgehen kann. Je nachdem, in welchem Betrieb bzw. in welcher Branche und beruflichen Position man arbeitet, kann sich der Berufsalltag unterschiedlich gestalten.

 

Um Gesundheits- und Krankenpflegehelfer werden zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Wie genau diese aussehen, unterscheidet sich je nach Bundesland. Als Grundvoraussetzung gilt jedoch mindestens der Hauptschulabschluss. Genauere Informationen lassen sich in den Ausbildungsverordnungen der Länder finden. Neben schulischen sollte man jedoch auch weitere Voraussetzungen mitbringen.

Wer

·       Einfühlungsvermögen, Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein besitzt

·       körperlich und psychisch belastbar ist

·       eine hohe Kontaktfreudigkeit ebenso mitbringt wie Freundlichkeit

·       im Team genauso gut arbeiten kann wie alleine

·       offen für flexible Arbeitszeiten wie Schichtdienst, Wochenend- und Feiertagsarbeit ist

ist für den Beruf des Pflegehelfers wie gemacht.

 

Innerhalb von ein bis zwei Jahren erwirbt man in der Ausbildung alle Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die man für die Pflege, Beratung, Begleitung und Betreuung älterer sowie pflegebedürftiger Menschen benötigt. Neben einem berufsübergreifendem Bereich, bei dem Schulfächer wie Deutsch, Englisch, Sport, Gemeinschaftskunde und Ethik auf dem Stundenplan stehen, gibt es auch den berufsbezogenen Bereich. In diesem lernen Auszubildende, wie sie situationsgerecht kommunizieren, Gesundheit erhalten und fördern können, in akuten Notfällen adäquat handeln und Lebensraum sowie Lebenszeit ihrer Patienten sinnvoll gestalten. Außerdem werden die künftigen Gesundheits- und Krankenpflegehelfer darauf vorbereitet, beruflichen Anforderungen souverän gegenüberzutreten. Das bedeutet, sie erkennen Pflegesituationen und können an Pflegemaßnahmen mitwirken, wissen wie sie ihre Arbeit strukturieren und organisieren und erfahren darüber hinaus, wie sie ihre Arbeit an Qualitätskriterien, rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen anpassen. Damit der praktische Teil während der Ausbildung nicht zu kurz kommt, gibt es mehrere Berufspraktika. In diesen lernt man über einige Wochen medizinische Einrichtungen oder die ambulante Pflege kennen. Während dieser Zeit kann man viel von seinen Kollegen lernen und herausfinden, in welchem konkreten Bereich man später arbeiten möchte.

 

Wie sehen die Karrierechancen aus?

 

Dem Gesundheits- und Krankenpflegehelfer stehen nach der Ausbildung vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten zur Verfügung. Zum Beispiel kann man seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger oder zum Altenpfleger fortsetzen. Aber auch ein Studium oder die Qualifizierung über spezielle Weiterbildungen sind mögliche Optionen.

 

Zu den beliebtesten Perspektiven zählen

·       Die Weiterbildung zum Fachwirt in der Alten- und Krankenpflege: Während der 24-monatigen Weiterbildung wird man darauf vorbereitet, als Fachwirt in Pflegeeinrichtungen Fach- und Führungsaufgaben zu übernehmen.

·       Die Weiterbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen: Auch als Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen kann man nach 24 Monaten Fach- und Führungsaufgaben übernehmen, ganz konkret in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens.

·       Die Weiterbildung zum Betriebswirt für Management und Gesundheitswesen: Das Ziel der 10 bis 24 Monate dauernden Weiterbildung ist, in Zukunft kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Fach- und Führungsaufgaben im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens übernehmen zu können.

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