Barrierefreiheit: Im Alter am PC


Barrierefreiheit: Im Alter am PC

Barrierefreiheit nützt allen Menschen - ob mit oder ohne Behinderung. So etwa den Rentnern, den Kindern, Eltern mit Kinderwägen oder auch Menschen, die vorübergehend mobilitätseingeschränkt - etwa aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit - sind. Ein Aufzug hilft einer Mutter mit dem Kinderwagen, einer gehbehinderten Person oder auch einem Rollstuhlfahrer. Auch die Tatsache, dass die Bevölkerung immer älter wird, darf nicht vergessen oder gar verdrängt werden. Schlussendlich sind 25 Prozent der Schwerbehinderten 75 Jahre oder älter; 50 Prozent sind zwischen 55 und 75 Jahre alt.

Barrierefreiheit hilft nicht nur behinderten Menschen

Zahlreiche Menschen denken, wenn sie den Begriff Barrierefreiheit hören, an Rampen, absenkbare Busse und breite Türen. Jedoch reichen speziell ausgerüstete Fahrzeuge und bauliche Veränderungen aber nicht aus, wenn man den Alltag für die Betroffenen barrierefrei gestalten möchte. Denn Barrierefreiheit bedeutet, dass öffentliche Plätze, Gebäude, Wohnungen, Arbeitsstätten, Gebrauchsgegenstände, Verkehrsmittel, Freizeitangebote und auch Dienstleistungen so gestaltet werden, sodass sie ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Es geht also nicht nur darum, dass eine Rampe in das Rathaus führt, sondern auch darum, dass die Formulare in „Leichter Sprache“ vorhanden sind. Es geht auch um den Gebärdendolmetscher, der dafür sorgt, dass auch gehörlose Menschen einen Vortrag verfolgen können. Natürlich gibt es auch die sogenannte digitale Barrierefreiheit - so müssen Videos in barrierefreien Formaten abgespielt werden können und Bildbeschreibungen für blinde Menschen hinterlegt sein. Doch die digitale Barrierefreiheit hilft nicht nur behinderten Menschen - auch Rentner, die gerne den PC nutzen, profitieren von derartigen Entwicklungen.

Das „intelligente Zuhause“

Eine Hilfe, die vor allem in Zukunft von immer mehr älteren Menschen in Anspruch genommen werden wird, könnte die sogenannte „Smart Home“-Technologie sein - die „intelligente Wohnung“. Technische Extras erleichtern in weiterer Folge die Bedienung zahlreicher Geräte. Schon jetzt gibt es zahlreiche Projekte in Europa, die sich mit der „Smart Home“-Technologie befassen und den Rentnern, die mitunter schon Probleme mit der Mobilität haben, die Möglichkeit geben, ohne fremde Hilfe in den eigenen vier Wänden leben zu können. Das System „Ambient Assisted Living“ (kurz: AAL), erkennt etwa über Sensoren die Bedürfnisse des Bewohners oder erinnert auch an notwendige Handlungen, die mitunter auch selbständig durchgeführt werden können. Somit kommt es zur Erleichterung in allen Lebensbereichen, da per Sprachbefehl oder Handgeste der Fernseher oder auch die Lichtschalter bedient werden können. Aber die „Smart Home“-Technologie kann auch Leben retten. So wird der Bewohner an regelmäßige Messungen erinnert, wobei auch die Möglichkeit besteht, dass die Ergebnisse und Informationen direkt an die Pflegekräfte oder an den Arzt übermittelt werden, wobei es in weiterer Folge zur persönlichen Kontaktaufnahme kommt.

Die digitale Barrierefreiheit

Wer sich im hohen Alter für den PC interessiert und gerne im Internet surft, der profitiert natürlich von der digitalen Barrierefreiheit. Barrierefreie Internetseiten, die das Abspielen von Videos in barrierefreien Formaten ermöglichen, sind genauso eine Hilfe wie hinterlegte Bildbeschreibungen für sehbehinderte Personen. Aber auch die Bildschirmlupe kann eine Hilfe sein, wenn man bereits Probleme mit der Sehkraft hat. Doch auch wenn es viele Fortschritte gab, so sind die Maus und die Tastatur noch immer ein fester Bestandteil, wenn man den Computer nutzen möchte. Das ist vor allem dann problematisch, wenn der Nutzer Probleme mit seinen Händen hat und diese nicht mehr zu 100 Prozent benutzen kann. Auch Touchscreens sind hier nur eine bedingte Hilfe. Vor allem dann, wenn es um das Ausfüllen diverser Online-Formulare geht - so etwa, wenn man ein Konto bei Xtip eröffnen möchte. Das ist auch der Grund, warum es in naher Zukunft wohl Systeme mit Bewegungs- und Augensteuerung geben wird. Bis jedoch derartige Angebote auf den Markt kommen, wird es aber noch ein paar Jahre dauern.

Ein Blick in die Zukunft

Das Entwicklungstempo hat in den letzten Jahren extrem an Tempo gewonnen. Auch wenn es noch recht lange gedauert hat, bis die Tastaturen und die Computermäuse Gesellschaft bekamen, da die ersten Touchscreens erst in den 1990er Jahren auf den Markt kamen und Bewegungssteuerungen und Eyetracking noch zu den neuesten Möglichkeiten der Steuerung zählen, so arbeiten viele Forscher bereits an einer sogenannten Gehirnwellen-Steuerung. Kurios ist vor allem die Tatsache, dass die Consumer-Industrie den Rentnern und behinderten Menschen das bringen kann, was Wissenschaft und Hilfsmittelindustrie vor lange Zeit versprochen haben: Einfache und sehr günstige Hilfsmittel, um den Alltag zu erleichtern - eine Barrierefreiheit also, so wie sich das die betroffenen Menschen also wünschen.

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